

Ich bin gleichzeitig immer Mensch für mich selbst und Mit-Mensch für andere. Teil einer Menschheit mit allen anderen Mit-Menschen zusammen. Diese Menschheit spaltet sich in konkurrierende Gruppen, Gesellschaften und Staaten. Teilweise befinden sie sich in kriegerischer Auseinandersetzung. Menschen im Krieg werden durch die Umstände in einen archaisch-primitiven Überlebens-Kampf-Zustand versetzt. Sie werden im Kollektiv zu einer archaisch-primitiven, unzivilisierten „Horde“, sie werden in den Zustand nackter Angst versetzt.
„Nacktsein“ im öffentlichen Raum symbolisiert für mich das totale Fehlen von „Civilisation“, Kleidung ist bei uns fell-losen Menschenwesen, ein erster zivilisatorischer Schritt gewesen. Tierfelle, meist in gemeinschaftlicher Jagd mit Werkzeugen bzw. Waffen, erbeutet, lieferten den primitiven Horden Bekleidung und oft zugleich soziale Statussymbole.
„Nacktsein“ heißt für mich damit außerdem, gänzlich ohne Schutz sein. Ein Tuch oder ein Lumpen sind ein gewisser Schutz vor der vollständigen Entblößung. Ein Schutz vor totalem Nacktsein und totaler Entwürdigung durch Ausschluss aus der Zivilisation. Zugleich ist ein Tuch die Körperbedeckung in heißen Ländern und es werden damit aktuell auch „ethnologische Assoziationen“ geweckt, z.B. um arabische Mitmenschen in den Blick zu rücken. Indem ich unter dieses Tuch schlüpfe, bin ich zugleich dieser „Mit-Mensch“ in der Horde!
Die beiden Hintergründe der „Horde“ erzeugte ich mit „Stable Diffusion“, also mit künstlicher Intelligenz. Ich habe sie teilweise weiter verfremdet. Diese AI-Fiktionen sind faktisch eine Zusammenfassung der Kriegs-Wirklichkeit in der ganzen Welt! Denn das KI-Modell wurde mit vielen im Internet veröffentlichten Fotografien über Krieg „trainiert“.
Im Januar wurde ich durch die Bilder von Francis Bacon in Düsseldorf erneut inspiriert, mich wieder intensiv mit dem Motiv des „Bewegten“ zu beschäftigen. Bewegung im Bild als „Inszenierung von Zeit“ hat mich schon immer beschäftigt.


